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6 Tipps für Sodbrennen-Geplagte

Wer ab und zu unter saurem Aufstoßen leidet, kann die Symptome gut selbst behandeln. Das sollten Sie dabei beachten
von Barbara Kandler-Schmitt, 27.09.2016

Sodbrennen: Wenn es hinter dem Brustbein brennt

Your Photo Today/Superbild

Dieses saure Aufstoßen mit Brennen hinter dem Brustbein hat doch jeder ab und zu. Wer geht deswegen schon zum Arzt? So denken viele und suchen Hilfe in der Apotheke. Allerdings müssen sie dann damit rechnen, dass der Apotheker nachhakt. Wie lange bestehen die Beschwerden schon? Wann und wie oft treten sie auf?

Apotheker Roman Bastian

W&B/Henning Ross

"Im Beratungsgespräch versuchen wir, die Ursachen für das Sodbrennen herauszufinden, und schicken die Betroffenen bei häufig auftretenden Beschwerden zum Arzt", sagt der Krefelder Apotheker Roman Bastian. Die Selbstbehandlung mit hochwirksamen Säureblockern sei aber nur kurzfristig zu vertreten.

Professor Wolfgang Schepp, Magen-Darm-Spezialist am Münchner Klinikum Bogenhausen, bestätigt: "Wenn die Symptome mehr als einmal in der Woche auftreten, sollten sie ärztlich abgeklärt und behandelt werden." Sonst könne sich die Speiseröhrenschleimhaut entzünden, was das Krebsrisiko erhöhe. Neben der medikamentösen Therapie empfiehlt Schepp, von der Hüfte aufwärts mit erhöhtem Oberkörper zu schlafen, auf späte Mahlzeiten zu verzichten und bei Übergewicht abzunehmen. Das fällt zwar schwerer, als Tabletten zu schlucken – ist aber auch gesünder.

Kann wie Feuer brennen: Sodbrennen

W&B/Martina Ibelherr

1. Warum habe ich so oft Sodbrennen?

Die Ursache ist meist ein zu schwacher Schließmuskel am Mageneingang, seltener ein Überschuss an Magensäure. "Wenn Säure aus dem Magen aufsteigt und die ungeschützte Schleimhaut in der Speiseröhre reizt, kommt es zu brennenden Schmerzen hinter dem Brustbein", erklärt der Münchner Gastroenterologe Wolfgang Schepp. Im Magen selbst mache sich die Säure nur bei verletzter Schleimhaut bemerkbar, wenn der aggressive Mageninhalt das Gewebe darunter angreift. Die Ursache eines solchen Magengeschwürs können eine Helicobacter-Infektion oder bestimmte Medikamente sein.

Für größere Packungen: Arztbesuch ist Pflicht

W&B/Martina Ibelherr

2. Warum bekomme ich nur kleine Packungen ohne Rezept?

Sodbrennen sollte man nur kurzfristig selbst behandeln. "Halten die Beschwerden länger als zwei Wochen an, muss ein Arzt der Sache auf den Grund gehen", betont Bastian. Rezeptfrei gibt es Säureblocker nur in Packungen mit höchstens 14 Tabletten. Eine längere und höher dosierte Therapie muss der Arzt verordnen, weshalb größere Packungen rezeptpflichtig sind.

Natürliche Mittel: Algenpräparate

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3. Ich bevorzuge natürliche Mittel. Welche Möglichkeiten habe ich?

Algenpräparate bilden mit der Magensäure einen Schaumteppich. So entsteht eine mechanische Barriere, die dem sauren Mageninhalt den Weg in die Speiseröhre versperrt. "Diese Mittel eignen sich auch gut für Schwangere, die oft unter Sodbrennen leiden", sagt Apotheker Bastian. Pflanzliche Kombinationspräparate normalisieren dagegen die Säureproduktion und entspannen die Magenmuskulatur.

Obst: Gut bei Sodbrennen

W&B/Martina Ibelherr

4. Darf ich jetzt keine Schokolade mehr essen?

Süßigkeiten, Gewürze, fettige Speisen und Genussmittel regen die Säureproduktion an. "Wer bestimmte Nahrungsmittel und Getränke nicht verträgt, sollte darauf möglichst verzichten", rät Leitlinien-Autor Schepp. Stattdessen empfehlen sich leichte Kost (etwa Obst) und kleine Portionen. Milch und Weißbrot sind als Hausmittel beliebt. Problem: "Sie helfen kurzfristig, verstärken dann aber die Säureproduktion", sagt Bastian.

Kurz- oder langfristig:: Medikamente haben unterschiedliche Wirkungsweise

W&B/Martina Ibelherr

5. Warum wirken manche Mittel sofort, andere erst nach Stunden?

Das liegt an ihrer unterschiedlichen Wirkungsweise. Sogenannte Antazida enthalten meist Magnesium- oder Aluminiumsalze, welche die überschüssige Magensäure binden. "Bei akuten Beschwerden, etwa nach üppigen Mahlzeiten, helfen diese Mittel sehr schnell, aber nur kurzfristig", sagt Bastian. Bei häufigerem Sodbrennen empfehlen sich länger wirksame Säureblocker, welche die Produktion von Magensäure verringern. Die Wirkung tritt erst nach einigen Stunden ein, hält aber dafür den ganzen Tag an. Die Präparate sollten morgens oder abends mindestens eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten mit einem Glas Wasser eingenommen werden.

Antazida oder Säureblocker: Vorsicht Wechselwirkungen

W&B/Martina Ibelherr

6. Vertragen sich die Mittel mit meinen anderen Tabletten?

Antazida sollten nicht gleichzeitig mit anderen Arzneien eingenommen werden, da sie deren Wirksamkeit reduzieren können. Ideal ist ein zeitlicher Abstand von mindestens einer Stunde. Auch durch Säureblocker kann es zu Wechselwirkungen kommen. "Informieren Sie deshalb immer Ihren Apotheker, wenn Sie weitere Medikamente einnehmen", rät Bastian – zumal manche Arzneimittel als Nebenwirkung zu Sodbrennen führen. Schmerz- und Rheumamittel etwa greifen die Magenschleimhaut an und können Geschwüre verursachen. "Um das zu verhindern, verordnen Ärzte oft zusätzlich Säureblocker", erklärt Schepp.



Bildnachweis: W&B/Henning Ross, Your Photo Today/Superbild, W&B/Martina Ibelherr

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